Aktuelle Einreise- und Aufenthaltsbedingungen für die Malediven

Wasserflugzeug auf den Malediven
Wasserflugzeug auf den Malediven

Quelle für alle behördlichen Angaben in diesem Beitrag ist das Auswärtige Amt Deutschland, Stand April 2026. Da sich Einreisebedingungen kurzfristig ändern können, empfehlen wir, die aktuellen Hinweise kurz vor der Reise nochmal zu prüfen.

Reisepass und Dokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgendem Dokument möglich: Reisepass innerhalb seiner ursprünglichen Gültigkeitsdauer. Ein verlängerter oder aktualisierter Kinderreisepass wird nicht anerkannt.

Zur Reisepassgültigkeit gilt eine Besonderheit: Reisedokumente müssen zum Zeitpunkt der Einreise grundsätzlich noch mindestens sechs Monate gültig sein. Aufgrund einer vorübergehenden Maßnahme der maledivischen Behörden müssen Reisedokumente derzeit bei Einreise nur noch mindestens einen Monat gültig sein. Da diese Regelung sich jederzeit wieder ändern kann, sollte man trotzdem auf sechs Monate Restgültigkeit achten und kein unnötiges Risiko eingehen.

Jedes Kind braucht seinen eigenen gültigen Kinderreisepass oder Reisepass.

Visum

Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen für die Malediven kein vorab beantragtes Visum. Bei der Einreise bekommst du eine 30-tägige Aufenthaltserlaubnis als Tourist Visa in Form eines Stempels im Reisepass.

Wer länger bleiben möchte: Die Verlängerung eines Touristenvisums auf 90 Tage ist möglich, bedarf aber eines Antrages, der vor Ort in den Malediven direkt gestellt werden muss, sowie einer Empfehlung der entsprechenden Hotelinsel. Eine Genehmigung wird durch das Department of Immigration and Emigration in Malé erteilt. Wer mehr als 30 Tage ohne genehmigte Verlängerung bleibt, riskiert hohe Geldstrafen und ein Einreiseverbot.

IMUGA – die elektronische Einreiseerklärung

Das ist der Schritt, den viele vergessen und der kurzfristig Stress verursacht. Die elektronische Einreiseerklärung muss innerhalb von 96 Stunden vor der Ankunft auf der Webseite der maledivischen Grenzbehörden ausgefüllt und abgeschickt werden.

Das Formular ist online, kostenlos und dauert keine zehn Minuten. Aber wer es vergisst oder zu spät ausfüllt, hat am Flughafen ein Problem. Am besten direkt nach dem Check-in für den Hinflug erledigen. Für die Ausreise ist das IMUGA seit August 2024 nicht mehr nötig.

Zollbestimmungen – was erlaubt ist und was nicht

Das ist der Teil, der viele überrascht, weil die Regeln strenger sind als in anderen Urlaubsländern.

  • Alkohol: Alkohol darf nicht eingeführt werden, auch nicht in den anderswo üblichen zollfreien Mengen. Auf Resortinseln ist Alkohol für Touristen erhältlich, auf bewohnten Inseln nicht.
  • Lebensmittel: Die Einfuhr und Mitnahme von Fleisch-, Geflügel-, Fisch und Ei-Produkten in die Malediven ist ab dem 15. Januar 2026 nur noch mit einem Import-Gesundheitszeugnis gestattet. Wer also Wurst oder Käse aus Deutschland mitbringen wollte – das geht so nicht mehr.
  • Religiöse Gegenstände: Der Import von Götterabbildungen wie zum Beispiel Buddha-Statuen ist verboten. Diese können bei der Einreise gegen Quittung am Flughafen deponiert und bei der Ausreise wieder abgeholt werden.
  • Medikamente: Medikamente unterliegen einer strikten Einfuhrkontrolle. Bei der Einfuhr von verschreibungspflichtigen Medikamenten zum persönlichen Gebrauch ist eine Bescheinigung des behandelnden Arztes mitzuführen, aus der Name des Patienten, Name des Medikaments und Dosierung hervorgehen. Wer regelmäßige Medikamente nimmt, sollte dieses Dokument unbedingt besorgen.
  • Zeitschriften: Zeitschriften, die spärlich bekleidete Personen zeigen, dürfen nicht eingeführt werden.
  • Drogen: Null Toleranz. Selbst kleinste Mengen können zu langen Haftstrafen führen.

Verhaltensregeln im Land

Die Malediven sind ein streng muslimischer Staat. Was auf der Resortinsel selbst erlaubt ist, gilt auf bewohnten Inseln nicht automatisch.

Außerhalb der Resorts und auf der Inselhauptstadt Malé solltest du auf freizügige Kleidung verzichten. Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Frauen tragen längere Röcke oder Hosen, Bikini und Strandkleidung nur an ausgewiesenen Public Beaches.

Während des Fastenmonats Ramadan ist außerhalb der Touristenresorts mit Einschränkungen im Alltag zu rechnen, etwa mit der tagsüber erfolgenden Schließung von Restaurants außerhalb der Hotels. Öffentliches Essen, Trinken, Rauchen – selbst das Kauen von Kaugummi – ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auch für Nichtmuslime bei Strafe verboten.

Homosexuelle Handlungen sind auf den Malediven strafbar und werden verfolgt. Das ist rechtliche Realität des Landes und sollte bei der Reiseplanung bekannt sein.

Gesundheit und Impfungen

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet oder Aufenthalt von mehr als 12 Stunden im Transit eines Gelbfiebergebiets müssen alle Personen ab einem Alter von neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen.

Empfohlen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei längeren Aufenthalten auch Hepatitis B und Typhus.

Aktuell relevant: Seit Anfang Januar 2026 werden vermehrt Denguefieber-Fälle in den Malediven gemeldet. Schütze dich tagsüber und in der Dämmerung konsequent vor Mückenstichen durch Mückenschutzmittel und entsprechende Kleidung. Es gibt eine Impfung gegen Denguefieber, lass dich bezüglich deines persönlichen Risikos beraten.

Eine private Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption ist auf den Malediven kein optionales Extra, sondern dringend empfohlen. Medizinische Behandlung auf abgelegenen Atolls ist eingeschränkt, Evakuierungen per Wasserflugzeug nach Malé teuer.

Konsularische Vertretung

Es gibt keine deutsche Botschaft auf den Malediven. In Notfällen ist das deutsche Honorarkonsulat in Malé erreichbar: Adresse H. Aage, 3rd Floor, Rahdhebai Magu, Malé 20113. Notfallnummer außerhalb der Öffnungszeiten: +960 777 3758. Zuständige Botschaft ist die deutsche Botschaft in Colombo, Sri Lanka.