Das Addu-Atoll gilt unter Tauchern als eines der interessantesten Reviere der Malediven, ohne dass es so überlaufen ist wie manche Atolle weiter nördlich. Wer ins Canareef kommt und nicht taucht, sollte das zumindest in Betracht ziehen. Die Unterwasserwelt hier ist nicht inszeniert und nicht für Touristengruppen optimiert – sie funktioniert einfach, weil das Atoll weit genug vom Massentourismus entfernt liegt, um sich selbst zu bleiben.
25 Tauchplätze direkt vor der Tür
Das SSI-Tauchzentrum im Resort bietet Kurse für Anfänger und erfahrene Taucher. Zu entdecken sind 25 verschiedene Tauchplätze im Addu-Atoll. Das Spektrum reicht von flachen Riffen für Einsteiger bis zu anspruchsvollen Tauchgängen für Fortgeschrittene. Die Instruktoren sprechen mehrere Sprachen und kennen jeden Spot persönlich – kein abgelesenes Standardprogramm, sondern echte Ortskenntnis. Wer zum ersten Mal taucht, ist hier gut aufgehoben. Wer schon hundert Tauchgänge auf dem Logbuch hat, findet trotzdem neue Eindrücke.
Die Bootsfahrten zu den einzelnen Spots dauern je nach Lage zwischen zehn Minuten und einer guten halben Stunde. Das ist kein Nachteil – die Überfahrt durch die Lagunen des Atolls gehört zum Erlebnis dazu. Frühmorgens auf einem Tauchboot, die Sonne noch nicht hoch, das Wasser spiegelglatt: schlechter kann ein Tag kaum anfangen.
Das Wrack der British Loyalty
Das Highlight für alle Taucher ist die British Loyalty, das größte Schiffswrack aus dem Zweiten Weltkrieg im Bereich des Addu-Atolls. Der britische Öltanker wurde 1944 von einem deutschen U-Boot torpediert und liegt seitdem in etwa 30 Metern Tiefe. Korallen haben das Wrack überwachsen, Fische bevölkern es. Ein Tauchgang hier ist kein reiner Sporttauchgang, sondern auch ein Stück Geschichte.
Der Rumpf des Tankers ist weitgehend intakt. Man kann entlangschwimmen und erkennen, wie das Schiff damals strukturiert war – Tanks, Aufbauten, Geländer, alles noch vorhanden, nur eben seit 80 Jahren unter Wasser. Schnapper ziehen in Schwärmen durch die Gänge, Muränen lugen aus Ritzen, Napoleonfische nehmen Besucher gelassen zur Kenntnis. Das Wrack lebt, auf seine eigene Art. Für Taucher, die Wracks mögen, ist die British Loyalty einer jener Tauchgänge, über die man hinterher noch lange redet.
Wichtig zu wissen: Der Tauchgang eignet sich nicht für absolute Anfänger. Die Tiefe und die Strömung, die je nach Tageszeit variieren kann, verlangen eine gewisse Erfahrung. Das Tauchzentrum im Canareef informiert vorab ehrlich darüber, wer mitkommen kann und wer besser an einem der flacheren Riffe bleibt.
Mantarochen und Delfine

Das Schwimmen mit Mantarochen gehört zu den besonderen Erlebnissen im Addu-Atoll. Mantarochen sind vor allem in der Hauptsaison gut zu beobachten, wenn das Plankton die Tiere in die flacheren Gewässer lockt. Sie sind groß, sie sind leise, und sie stören sich kaum an Tauchern, solange man ihnen nicht zu nahe kommt und keine hektischen Bewegungen macht. Wer das einmal erlebt hat, versteht, warum manche Taucher extra für dieses Atoll herfliegen.
Delfine tauchen meist unangekündigt auf. Manchmal begleiten sie die Tauchboote auf der Überfahrt, manchmal trifft man sie direkt am Spot. Das lässt sich nicht planen und genau das macht es besonders.
Schnorcheln ist auch ohne Tauchschein möglich, direkt von den Villas aus oder an ausgewiesenen Spots. Das Riff vor der Westseite der Insel gilt als besonders artenreich. Auch für Schnorchler lohnt es sich, früh rauszugehen – das Wasser ist ruhiger, die Sicht besser, und die Fische sind aktiver als am Nachmittag. Masken und Flossen leiht das Resort aus, wer eigene mitbringt, ist natürlich besser dran.
