Zu Fuß auf die Nachbarinsel Hulhumeedhoo

Das Canareef ist das einzige Resort auf den Malediven, das direkt per Brücke mit einer bewohnten Insel verbunden ist. Die meisten Gäste wissen das, aber erstaunlich viele nutzen diese Möglichkeit nicht. Sie bleiben auf der Resortinsel, gehen jeden Tag an denselben Pool, essen im selben Restaurant. Verständlich. Aber wir haben die Brücke überquert und bereuen es keine Sekunde.

Was Hulhumeedhoo ist

Hulhumeedhoo ist eigentlich eine Insel, die in zwei administrative Bezirke geteilt ist: Meedhoo im Norden und Hulhudhoo im Süden. Zusammen leben hier mehrere tausend Menschen, echte maledivische Familien, Fischer, Bauern, Schulkinder. Kein Touristenbetrieb, keine inszenierten Kulturshows, einfach Alltag.

Meedhoo gilt als eine der ältesten besiedelten Inseln der Malediven, besiedelt zwischen 1000 und 500 vor Christus, und war die erste Insel der Malediven, die den Islam annahm. Das spürt man noch heute. Schmale Gassen, alte Korallensteingebäude, Moscheen, die älter sind als jedes europäische Stadthaus, das die meisten von uns je betreten haben.

Was uns aufgefallen ist

Die Straßen sind eng und sauber. Kinder fahren auf Fahrrädern zur Schule. Frauen sitzen vor den Häusern und flechten Körbe. Männer reparieren ihre Fischerboote am Hafen, die sogenannten Dhoni, handgefertigte Holzboote, die seit Jahrhunderten gleich aussehen. Niemand hat uns angestarrt, niemand hat etwas verkauft. Wir waren einfach zwei Fremde, die durch ihre Straßen liefen, und das war offensichtlich in Ordnung.

Hulhumeedhoo beherbergt außerdem den ältesten muslimischen Friedhof der Malediven – Koagannu. Wir haben ihn besucht. Alte Korallensteine, manche so verwittert, dass man kaum noch Schrift erkennt, Gräber aus dem frühen Islam. Ein stiller, würdevoller Ort mitten auf einer Insel, von der die wenigsten Touristen jemals gehört haben.

Mathikilhi Eco Garden

Das Mathikilhi Eco Garden in Meedhoo ist der erste Feuchtgarten der Malediven, rund 50 Hektar groß mit Teichen und heimischen Fischarten. Wer Vögel mag, kommt hier auf seine Kosten. Wir haben eine Stunde dort gesessen und einfach zugeschaut. Kein Eintritt, keine Führung, einfach ein grüner Ort zum Durchatmen.

Tipp: Zum Besuch keine Badebekleidung, die Insel ist konservativ muslimisch. Schultern und Knie bedecken ist nicht nur höflich, sondern schlicht respektvoll.