Reisejournalismus hat eine Schwäche: Er neigt dazu, alles schöner zu machen, als es ist. Wir machen das hier nicht. Das Canareef ist ein gutes Resort, eines der besten für seinen Preis auf den Malediven. Aber es ist kein perfektes Resort, und wer weiß, was er erwartet, kommt entspannter an.
Was wirklich stimmt
Die Insel ist groß. Wirklich groß. 4,5 Kilometer lang, und die Villas verteilen sich über die gesamte Länge. Wer am nördlichen Ende wohnt und abends ins Hauptrestaurant will, braucht den Buggy-Service, und der kommt nicht sofort. Einplanen.
Das Buffet im Kilhi ist gut und abwechslungsreich, aber wer ein Fünf-Sterne-Gastronomie-Erlebnis erwartet, wird nicht vollständig glücklich sein. Es ist ein Vier-Sterne-Buffet, jeden Abend reichhaltig, jeden Abend gut, aber nicht jeden Abend aufregend.
Der Strand auf der Ostseite hat stellenweise Seegras. Das ist kein Fehler des Resorts, das ist Natur. Wer unbedingt makellosen weißen Sand ohne Algen will, nimmt die Westseite.
Was die wenigsten wissen
Das Addu-Atoll war das einzige Atoll der Malediven, das vom globalen Korallenbleichereignis 1998 nicht betroffen war. Das bedeutet, die Riffe hier sind gesünder als fast überall sonst im Land. Wer taucht oder schnorchelt, tut das an einem der intaktesten Riffe des gesamten Indischen Ozeans.
Frühmorgens, kurz nach Sonnenaufgang, passieren die Dinge. Delfine sind oft sichtbar, wenn man einfach am Strand sitzt und wartet. Ein Mitarbeiter hat uns das gesagt, kein offizieller Tipp, einfach so im Gespräch. Wir haben es ausprobiert. Es hat funktioniert.
Die Brücke zur Nachbarinsel ist nicht beleuchtet. Wer abends rübergeht, braucht eine Taschenlampe. Die gibt es in jeder Villa, direkt im Eingangsbereich. Kein Zufall, das Resort denkt mit.
Was wir beim nächsten Mal anders machen würden
Wir würden länger bleiben. Eine Woche reicht, um das Resort zu sehen. Zwei Wochen reichen, um das Addu-Atoll zu verstehen. Den Ausflug nach Gan mit seiner Weltkriegsgeschichte, dem ehemaligen britischen Royal-Air-Force-Stützpunkt mit noch erhaltenen Hangars und der Geschichte seiner strategischen Bedeutung, haben wir zu kurz angeschaut. Beim nächsten Mal einen halben Tag mehr.
Und wir würden früher fragen. Die Mitarbeiter wissen mehr, als im Gästeordner steht. Man muss nur fragen.
